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Feierliche Eröffnung eines Kreuzweges

von Michael Sester

Mit einer Feierstunde eröffnete die Realschule im Beisein zahlreicher Ehrengäste einen von Schülerhand gestalteten Kreuzweg. Im Rahmen des Religionsunterrichts hatten sich alle Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis neun  mit jeweils einer Station beschäftigt und aus ihrer Mitte den beeindruckendsten Entwurf ausgewählt. So entstand ein Kreuzweg, der durch seine Vielfalt, vor allem aber durch den Einfallsreichtum der jungen Künstler besticht.

Mit einer beeindruckenden Bleistiftzeichnung setzte Maximilian Wasner das Thema der 13. Kreuzwegstation um. Mit einer beeindruckenden Bleistiftzeichnung setzte Maximilian Wasner das Thema der 13. Kreuzwegstation um.
Eigentlich ist ja der Kreuzweg grausam: Ein Mensch wird unschuldig zu einem qualvollen Tod verurteilt; viele Menschen, Bekannte und Unbekannte, begleiten ihn auf seinem letzten Weg. Manche leiden mit, aber viele sind nur zum „Gaffen“ gekommen. Der Verurteilte leidet, strauchelt, fällt, wird beschämt und gequält und stirbt schließlich nackt und bloß. Die Stationen dieses Leidensweges zu gestalten, einen ganz persönlichen Zugang zu finden, seine Aussagen vielleicht sogar in unsere Zeit zu transportieren, dies und nicht weniger war die Aufgabe, der sich die Schülerinnen und Schüler zu stellen hatten. Und sie lösten diese Aufgabe mit beachtlicher Kreativität, wovon sich die Ehrengäste, etwa die beiden Ortsgeistlichen Pfarrer Gunther Drescher und Pfarrer Klaus Stolz, stellvertretender Landrat Raimund Kneidinger, Bürgermeister Jürgen Fundke, Elternbeiratsvorsitzender Thomas Huber sowie der Vorsitzende des Fördervereins Albrecht Wolfrum, überzeugen konnten.
Auch die Ehrengäste machten sich auf den Kreuzweg. (v. l.) Pastoralreferentin Beatrix Wilhelm, Pfarrer Klaus Stolz, stellvertretender Landrat Raimund Kneidinger, Bürgermeister Jürgen Fundke, Pfarrer Gunther Drescher und Schulleiterin Christine Graf. Auch die Ehrengäste machten sich auf den Kreuzweg. (v. l.) Pastoralreferentin Beatrix Wilhelm, Pfarrer Klaus Stolz, stellvertretender Landrat Raimund Kneidinger, Bürgermeister Jürgen Fundke, Pfarrer Gunther Drescher und Schulleiterin Christine Graf.
Mit einer aufwändigen Farbzeichnung fand Christine Wasmeier ihren Weg zur Kreuzwegstation „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“. Mit einer aufwändigen Farbzeichnung fand Christine Wasmeier ihren Weg zur Kreuzwegstation „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“.
Über ganz unterschiedliche Ansätze haben die Buben und Mädchen Zugang zu ihren Stationen und Motiven gefunden. Maximilian Kracher und Dominik Grieshuber aus der Klasse 7c waren mit der Station 8 („Jesus begegnet den weinenden Frauen“) konfrontiert. „Wir sind von der Frage ausgegangen“, erklärt Markus, „was den Menschen so traurig macht, dass er weint; und was den Menschen aus seiner Traurigkeit herausholen kann.“ So zeigt nun das Bild der beiden auf der einen Seite dunkle Regenwolken, deren dicke Tropfen für Wut, Angst, Krieg, Armut, Hunger und Trauer stehen. Dominik ergänzt:  „Auf der anderen Seite unseres Bildes regnet es zwar auch, aber hinter den helleren Wolken lacht die Sonne, und die Begriffe in den Tropfen sollen für alles das stehen, was Jesus für uns bereit hält: Trost, Freude, Hoffnung, Liebe.“

Schlichte, einfache Bilder, aufwändige Farbzeichnungen, Textcollagen – sie alle laden in ihrer Vielfalt ein, sich auf den Kreuz-Weg zu machen. Der Betrachter darf verweilen, in sich ruhen, Gedanken finden; er muss dann aber wieder vorangehen und weiterkommen. Verweilen wird er wohl bei der Bleistiftzeichnung von Maximilian Wasner aus der 9b (Station 13 „Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt“): Zentral eine knapp skizzierte Pieta, inspiriert von Michelangelos Meisterwerk, als Hintergrund zwei mit wenigen Strichen angedeutete Fassaden, leere Fensterhöhlen, eingestürzte Mauern. Auf die Frage, woran er bei diesem Bild gedacht habe, gibt Maximilian zur Antwort: „Das ist gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist doch, was der Betrachter denkt.“ Ein Gedanke drängt sich auf: Aleppo!

Eine aufwändige Farbzeichnung hat Christine Wasmeier aus der 8a ihrer Station („Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“) zugrunde gelegt. Sie hat sich an eine Vorlage gehalten, aber schnell erkannt, „wie schwierig es ist, das Leiden im Gesicht des gefallenen Jesus deutlich zu machen.“ Nun, es ist ihr gelungen.

Für die jungen Künstler gab es viel Lob bei der Feierstunde, die vom Schul- und Pausenchor eindrucksvoll musikalisch umrahmt wurde. Schulleiterin Christine Graf freute sich über das „gelungene Beispiel nachhaltiger Werteerziehung“ und Bürgermeister Fundke brachte seine Eindrücke auf den Punkt: „Auf diese Jugend kann man stolz sein.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Schulchor mit Marieluise Bader sorgte für die musikalische Umrahmung der Feierstunde. Der Schulchor mit Marieluise Bader sorgte für die musikalische Umrahmung der Feierstunde.